36. Internationales Frühlingsfest am 13. & 14. Juni 2014

Eine Wanderung durch die Kulturen

Auf über 2000 qm2 wandert man durch verschiedene Kulturen: musikalisch, politisch und kulinarisch: Spanische Folklore, ein Italienischer Chor, diverse politische Stände, Theaterproduktionen ansässiger Schulen, Griotsänger aus Gambia, spanisches, italienisches, türkisches, iranisches oder eritreisches Essen, um nur einige zu nennen. Hinzu kommen Kindertheater, deutscher und türkischer Hip Hop, Reggae, Blaskapellen, Gaukler, nationale und internationale Bands und, und, und ...

Gemeinsames Leben und Arbeiten präsentieren

Wirken andere Veranstaltungen dieser Art in ihrer Planung oftmals konstruiert, oder haben sich nicht zuletzt unter dem Diktat des Konsums stark verändert, so besitzt das Frühlingsfest seit dem Mai 1979 einen faszinierenden Charme und eine unverwechselbare Atmosphäre. Jedes Jahr heißt eine Woche nach Pfingsten für bis zu 250 ehrenamtliche Helfer aus dem Verein und den verschiedensten Gruppen – es ist wieder Frühlingsfest.

Zu Beginn stand der Wunsch im Mittelpunkt, den Traum vom gemeinsamen Leben und Arbeiten und dessen Umsetzung innerhalb des Kulturzentrums Schlachthof zu präsentieren. Die Frühlingsfeste waren geprägt vom gegenseitigem Kennenlernen und dem Präsentieren der Kulturen. Dabei war und ist uns die Wahrnehmung und das Erleben von Unterschieden ein großes Anliegen.

Neue kulturelle Ausdrucksformen

Dieser Anfangsidee sind wir bis heute verbunden. Lediglich der Ausdruck und die Form haben sich geändert. Ein Beispiel für eine solche Veränderung, ist die Selbstdarstellung der ausländischen Gruppen. In den Anfängen stand die heimische Folklore wie z.B. die türkische Sazgruppe oder der spanische Flamenco im Vordergrund. Im Laufe der Zeit und mit dem Heranwachsen der nächsten Generationen entwickelten sich neue Ausdrucksformen. Auf dem 18. Frühlingsfest 1996 schließlich präsentierten die türkischen Hip Hopper Selam als 3. Generation ihre ganz eigene Definition von Deutschland. In der Mischung der eigenen Kultur mit Erlebnissen und Erfahrungen in der "neuen" Heimat entstand eine neue kulturelle Ausdrucksform und ein musikalischer Bericht, der intensiver und dichter in keinem Buch oder Artikel hätte stehen können.

Erweiterung des Frühlingsfestes

Neben der Präsentation der eigenen Arbeit im Schlachthof erweiterten sich die Inhalte und Funktionen des Frühlingsfests. Der Abbau von Ausländerfeindlichkeit, die Belebung eines Stadtteils, der Treffpunkt und Darstellungsort der lokalen Kulturszene und die Schaffung eines kulturellen Höhepunkts für das gesamte Stadtgebiet wurden ebenfalls wichtige Schwerpunkte bei der Planung. Aus diesem Grund wurde im Laufe der Jahre ein höherer Anteil auswärtiger KünstlerInnen engagiert. Diese gekonnte Mischung, die - soweit möglich - für alle etwas parat hatte, verlieh und verleiht dem Frühlingsfest bis heute seinen unverwechselbaren Charakter.

Friede, Freude, Musik und Eierkuchen ist jedoch kein Garant für ein großartiges Fest. Vielmehr verdankt das Frühlingsfest einen Großteil seiner Dynamik und seiner Vitalität der Energie, die im Kulturzentrum Schlachthof durch die kontinuierliche Auseinandersetzung mit verschiedenen gesellschaftlichen und kulturellen Gruppen bzw. Kultur-Veranstaltungen herrscht.

Das Frühlingsfest atmet diesen Geist ... 

Und last but not least: den Spaß und die Freude darüber für Sie und uns ein erlebnisreiches Straßenfest zu veranstalten.

Das Kulturzentrum Schlachthof ist Mitglied in der LAKS Hessen und im Paritätischen Wohlfahrtsverband.