Beratungsdienste für Zugewanderte in Kassel in Gefahr

Das Kulturzentrum Schlachthof und weitere Träger der Migrationsberatung in Stadt und Landkreis Kassel schlagen Alarm: Die Beratungsangebote für Zugewanderte sind akut unterfinanziert – mit ernsthaften Auswirkungen auf die Integrationsarbeit vor Ort.
In einer gemeinsamen Pressemitteilung fordern wir – zusammen mit dem Diakonischen Werk Region Kassel, dem Internationalen Bund und dem Caritasverband Nordhessen-Kassel – eine gesicherte und auskömmliche Finanzierung der Migrationsberatung für erwachsene Zugewanderte (MBE) sowie des Jugendmigrationsdienstes (JMD). Trotz steigender Beratungszahlen reichen die Mittel bei weitem nicht aus, um den Bedarf zu decken. Träger müssen bereits heute erhebliche Eigenmittel aufbringen, um die Angebote aufrechtzuerhalten.
Mirko Zapp, Geschäftsführer des Kulturzentrums Schlachthof, macht deutlich: „Die Zahlen aus unserer Region sind ein Alarmsignal. Die Politik betont richtigerweise die Bedeutung einer gelungenen Integration und doch müssen wir als Träger immer größere finanzielle Lasten schultern. Mit Blick auf andere Bundesländer wird deutlich: Die Situation in Kassel ist kein Einzelfall, sondern zeigt ein strukturelles Problem.“
Allein im Jahr 2024 wurden in Stadt und Landkreis Kassel über 4.000 Menschen durch die Beratungsdienste unterstützt – bei Fragen rund um Aufenthalt, Sprache, Ausbildung, Arbeit, Wohnen oder Gesundheitsversorgung. Diese Arbeit leistet einen zentralen Beitrag zur Integration und zum gesellschaftlichen Zusammenhalt.