Interkultureller Dialog auf dem 24. Kasseler Weltmusikfestival und Meydan #2

Der interkulturelle Dialog steht für das Kulturzentrum Schlachthof im Vordergrund des zweiten Meydan, der Kooperation mit der documenta fifteen vom 12. bis 14. August 2022 in der Nordstadt: Am Freitagabend wird dort das 24. Kasseler Weltmusikfestival des Kulturzentrums Schlachthof eröffnet. Zahlreiche internationale Bands bringen Perspektiven aus Afrika, Südamerika, Asien und Europa ein. 

Vom 12. bis 14. August 2022 findet im Kulturzentrum Schlachthof, dem Boreal und dem angrenzenden Nordstadtpark ein buntes und vielfältiges Kultur- und Musikprogramm statt: Gemeinsam mit der documenta fifteen veranstaltet das Kulturzentrum Schlachthof das zweite Meydan-Wochenende und schafft Räume für Dialog und Verständigung über kulturelle und sprachliche Grenzen hinweg. Am Freitag, den 12. August, eröffnet das thailändische Projekt Khun Narin’s Electric Phin Band um 17 Uhr das 24. Kasseler Weltmusikfestival. Es präsentiert bis zum 19. August auf der großen Bühne im Nordstadtpark und im Boreal Bands und DJs unter anderem aus Kenia, der Schweiz, der Mongolei, Thailand, Israel, dem Iran und Brasilien. Das Festival ist bereits seit über 20 Jahren eine Institution in Sachen musikalischer Vielfalt und internationaler Verständigung. Konzert-Highlights sind etwa Ebow, Yuriy Gurzhy, La Nefera, Light in Babylon, Nina Ogot, DUGRI und TootArd.

„Das Kulturzentrum Schlachthof steht seit über 40 Jahren für Vielfalt, Offenheit und den interkulturellen Dialog. Unsere Überzeugung ist, dass gerade in schwierigen Zeiten und Situationen dieser Dialog fortgesetzt bzw. immer wieder neu gesucht werden muss. Weltmusik kann dazu einen Beitrag leisten. Wir haben uns gemeinsam mit ruangrupa entschieden, zum Weltmusikfestival und dem zweiten Meydan Künstler*innen einzuladen, die diesen Dialog aktiv fördern.“, sagt Mirko Zapp, Geschäftsführer des Kulturzentrum Schlachthof. 

Die Zielsetzung des Programms ist es, Räume zu eröffnen, in denen Künstler*innen und Publikum in einen Austausch treten können. Vielstimmigen Positionen und Erfahrungen wird eine Bühne gegeben, im Vordergrund stehen das Zuhören und Voneinander-Lernen, der Erfahrungsaustausch und der Abbau von Vorurteilen und Sprachlosigkeit. Dazu gehört auch, Widersprüche und Konflikte vorerst auszuhalten und gemeinsam zu versuchen, sie aufzulösen. „Kultur kann diese Brücken bauen und wir wünschen uns ein friedliches Festival, fruchtbare Auseinandersetzungen und einen respektvollen Umgang miteinander“, so Mirko Zapp weiter. 

Auf dem zweiten Meydan finden darüber hinaus Performances, Filmscreenings, Gespräche, Workshops für Kinder und Erwachsene und ein Flohmarkt statt. Natürlich ist auch für internationale Speisen und Getränke gesorgt. 

Das 24. Kasseler Weltmusikfestival wird gefördert von der Kasseler Sparkasse und dem Kulturamt der Stadt Kassel.


Kulturtaxe 127 Nord - Kulturzentrum Schlachthof startet mobiles Kulturprogramm in der Nordstadt

Mit der Kulturtaxe 127 Nord startet der Schlachthof ein mobiles Open-Air-Kulturangebot in der Nordstadt. Ausgehend von einem bunten, soziokulturellen Programm im Biergarten Boreal schlägt die Kulturtaxe Brücken in die umliegenden Quartiere. Bis in den Oktober 2022 hinein finden Veranstaltungen umsonst und draußen an verschiedensten öffentlichen Plätzen statt und schaffen spontan temporäre Kulturräume. Die Kulturtaxe ist ein E-Lastenfahrrad, mit dem ökologisch, nachhaltig und flexibel eine Pop-Up-Bühne an (fast) jedem Ort der Stadt aufgeschlagen werden kann. Ob Rap, Klassik oder Slam, ob Karaoke oder Lesung, ob Theater oder Tanz – die kleinen Veranstaltungsformate bringen Leben an Orte, wo sonst wenig Kulturangebote stattfinden und der Alltag von zahlreichen Herausforderungen wie Arbeitslosigkeit, Armut und Diskriminierung geprägt ist. 
„Mit der Kulturtaxe 127 Nord wollen wir die Menschen in der Nordstadt am kulturellen Leben der Stadt teilhaben lassen. Niedrigschwellige Angebote vor der eigenen Haustür sind Türöffner, sie sollen der Nachbarschaft Treffpunkte für ein entspanntes Miteinander bieten und eine Auszeit vom oft sehr herausfordernden Alltag ermöglichen“, so Mirko Zapp, Geschäftsführer des Kulturzentrum Schlachthof.
Darüber hinaus ist es ein Anliegen, die Folgen der Pandemie wie Isolation und Vereinsamung zu bekämpfen: Das gemeinsame Erleben von Kultur, die direkte Begegnung und vielleicht sogar die spontane Beteiligung überwinden Fremdheitsgefühle und schaffen Nähe und neue Netzwerke.
Der Fixstern, um den die Kulturtaxe kreist, ist der Biergarten Boreal in der Mombachstraße: Auch dort wird ein abwechslungsreiches Open-Air-Programm geboten. Mit dabei sind die Bergpark-Konzerte und die Festivals „Nach dem Rechten sehen“ und „Storytales“ (in Kooperation mit dem Buchkinder e.V.).  Frische Luft e.V. macht außerdem mit DJs Programm, um Menschen draußen zum Tanzen zu bewegen.

Das Programm Kulturtaxe 127 Nord wird gefördert vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst im Rahmen des Kulturpakets 3 des Landes Hessen in Projektträgerschaft von DIEHL+RITTER.


41. Internationales Frühlingfest

Am 10. und 11. Juni 2022 fand das 41. Internationale Frühlingsfest statt. Seit 1979 versetzt es die Nordstadt (fast) jedes Jahr in einen bunten, facettenreichen Ausnahmezustand. Nach dem „kleinen“ Frühlingsfest 39½, dem großen 40-Jährigen Jubiläum und zwei Jahren unfreiwilliger Pandemie-Pause freuten wir uns mit dem Kiez und allen, die zu diesem Wochenende dazugehörten, dass das Internationale Frühlingsfest in diesem Jahr wie gewohnt gefeiert werden konnte. Über 14 Bands und Künstler*innen, die aus der Region, bundesweit und international angereist waren, sind am Wochenende bei uns aufgetreten. Dabei durften wir die Schwed*innen Partiet, die Belgier NAFT, die Freiburger FATCAT, aber auch Bands mit regionalem Ursprung wie Kapatult und Alter Kaffee auf unseren Bühnen begrüßen. Mit dem bulgarischen Künstler Emiliano konnten wir viele Bewohner*innen unseres Viertels begeistern und für einige Kinder und Jugendliche aus unserem Jugendzentrum einen Traum wahr werden lassen. Ebenfalls für Begeisterung beim jüngeren Publikum sorgte Herr Müller mit seiner Gitarre, der zugleich sein zehnjähriges Jubiläum bei uns feierte. Wie es sich für das Frühlingsfest gehört, wuselten neben dem Programm auf den Bühnen auch eine Schar weiterer bunter Attraktionen über den frisch eingeweihten Kemal-Altun-Platz: Güstav & Smoky 41 schritten wundersam dampfend und ratternd durch die Menge,  Blech und Schwefel tauchten hier und da wie aus dem Nichts auf und brachten mit ihrem Brass die Hüften und Tanzbeine zum Schwingen, Kinder tobten und bastelten beim Programm des Schlachthof-Jugendzentrums und der Roten Rübe. Zwischendurch gab es eine kleine Stärkung mit einer der vielfältigen kulinarische Köstlichkeiten, die die Freund*innen und Nachbar*innen des Kulturzentrums bereithielten. An den Infoständen konnte man außerdem erfahren, wo und wie man mehr davon bekommt, wenn das Frühlingsfest vorbei ist. Kultur für alle - auch über das Frühlingsfest hinaus.
Unser Ziel des interkulturellen Straßenfestivals war es, den Stadtteil zu beleben, ein Treffpunkt und Darstellungsort zu sein, und einen kulturellen Höhepunkt für das gesamte Stadtgebiet zu schaffen. Uns war es wichtig, dabei ein Zeichen gegen jegliche Diskriminierungen zu setzen und bspw. Musiker*innen und Künstler*innen mit unterschiedlicher Herkunft und feministischen Inhalten einzuladen, aber auch auf die unterschiedlichen ökonomischen Hintergründe der Besucher*innen einzugehen. Insbesondere durch den erstmaligen freien Eintritt an beiden Tagen war es möglich, wirklich "Kultur für alle" anzubieten.  Durch die breite positive Rückmeldung und die durchschnittliche Besucher*innenzahl von etwa 3.000 Menschen pro Tag glauben wir, dass wir diesem Anspruch gerecht geworden sind und freuen uns schon auf Ausgabe 42 – noch schöner, noch bunter.

2022 gefördert von:


Bunte Socken im Boreal

Wenn die kalte Jahreszeit vor der Tür steht, ist ein Thema ganz besonders wichtig: Socken! Und damit diese nicht nur die Füße warmhalten, sondern auch zusätzlich noch gute Laune verbreiten, hat sich unser Nachbarschaftsprojekt Hier im Quartier genau hierfür ein Angebot überlegt: Im Rahmen unseres Wintermarktes FELIZ BOREAL werden wir einen Socken-Druck-Workshop anbieten – und zwar gleich viermal: am 11., 12., 17. und 18. Dezember 2021 von 16 bis 20 Uhr. Wir haben das Ganze bereits einmal ausprobiert: Zusammen mit der Künstlerin Maike Kurzmann fand am 25. August der erste Socken-Druck-Workshop im Boreal statt, wo die Teilnehmer*innen Tennissocken im „Monoprinting“-Verfahren individuell gestaltet haben. Die Wunschmotive werden dabei mit Textilfarbe auf Klarsichtfolie aufgetragen und dann auf die Socken übertragen. Dabei entstanden viele spannende Motive, von abstrakten Formen bis hin zu niedlichen Figuren. Wer also Lust auf absolut individuelle Socken hat, sollte dem FELIZ BOREAL an den oben genannten Dezember-Wochenenden einen Besuch abstatten. Die Teilnahme ist kostenlos, Farbe und Socken wird es ebenfalls kostenlos vor Ort geben.